Ein freier Mensch bettelt nicht um Freiheit.
Er nimmt sie sich.
(Netzfund)
Vergessen wir nie, dass aufrechtes Gehen die Folge eines gesunden und geraden Rückgrats ist. Die Natur hat es ursprünglich uns Allen bei der Geburt in die Wiege gelegt. Im weiteren Leben wurde uns das Bücken und Kriechen beigebracht. Viele von uns haben es im Lauf ihres Lebens verlernt, sich wieder auf- und auszurichten.
Ein gut ausgerichteter Wertekompass ist eine wertvolle Eigenschaft für das Leben, das bei Vielen leider verdrängt oder gar eliminiert wurde. Im (politischen) Umfeld hilft dies treffsicher, Blockwarte, Denunzianten und Ignoranten zu entlarven und zu erkennen. Sie sind innerlich verwahrloste, radikalisierte und unmoralische Missgeburten, denen der Finger am Abzug juckt und feuern allzu gern ihre selbst gezimmerten Lügen und ihren Hass gegen die Freiheitsliebenden und Kritischen ab. Ihre totalitäre Phantasie verteidigen sie notfalls bis zum eigenen Ende.
Nach den letzten Jahren, insbesondere seit dem Start der P(l)andemie 2020, ist es offensichtlich, dass wir es nicht nur mit einer kleinen Anzahl von Tätern "an der Spitze" zu tun haben, sondern mit einer großen Zahl an Sympathisanten, Mitmachern und selbsternannten schnauzbärtigen Richtern im (klein)bürgerlichen Umfeld. Es ist ein parasitäres Gebilde, ein bösartiger gesellschaftlich wachsender Tumor, der sich durch alle Gesellschaftsschichten zieht. Wer in die deutsche Geschichte zurückblickt, erkennt leicht die Parallelen. Dass am Ende auch die Mitmacher den gnadenlosen Fangschuss von der kriminellen "Elite" bekommen, ist denen nicht bewusst oder schlimmer: egal. Der Einer oder Andere ist eben am moralischen Tiefpunkt der menschlichen Spezie angelangt. Die "Coronazeit" hat eine gnadenlose Selektion getroffen: in Täter und Opfer.
Viertes Flugblatt der Weißen Rose, Juli 1942: "...Vergesst auch nicht die kleinen Schurken dieses Systems, merkt Euch die Namen, auf dass keiner entkomme! Es soll ihnen nicht gelingen, in letzter Minute noch nach diesen Scheußlichkeiten die Fahne zu wechseln und so zu tun, als ob nichts gewesen wäre!..."
Zu meiner Person kurz und bündig:
Geboren 1956, verheiratet und seit den 80er Jahren in Südbaden lebend. Geboren, zur Schule gegangen, aufgewachsen und die Jugend verbrachte ich in der nordbadischen "Goldstadt" Pforzheim. Diese Stadt hat eine furchtbare Vergangenheit, denn am 23.02.1945 verlor sie bei einem englischen Bomberangriff mit Brandbomben apokalyptischen Ausmasses binnen kürzester Zeit ca. ein Drittel ihrer Einwohner unter dem Bombenhagel der englischen Flieger.
Die Pforzheimer haben nach Kriegsende mit aller Kraft an eine Zeitenwende geglaubt und den wirtschaftlichen Wohlstand dieser Stadt aufgebaut in den ich dann 11 Jahre nach Kriegsende hineingeboren wurde. Meine Eltern kamen aus dem Spieß-/Gutbürgerlichen Mittelstand, sie zogen vom Land in die Stadt Pforzheim in ein typisches Stadtviertel. Hier wuchs ich unter Stadtkindern auf. Wir in der Nordstadt spielten übrigens noch in zahlreichen Trümmergrundstücken und ich erinnere mich noch teilweise gut daran. Für Kinder war diese Stadt ein Abenteuerspielplatz, für die Bewohner aber auch schmerzliche Erinnerung. Doch das verblasste. Die Stadt Pforzheim war nie eine Schönheit, zwischen Stuttgart und Karlsruhe eher ein schnöder, zweckmäßiger Kaktus, der der Jugend wenig Abwechslung und berufliche Chancen bot. Die gut situierten Söhne und Töchter der Pforzheimer Fabrikanten und Mittelständler konnten dagegen auf "das Familiengold" der eigenen Firma aufbauen. Für die Meisten meiner Freunde bedeutete es aber mangels Chancen den späteren Wegzug, um sich eine Karriere andernorts aufzubauen.
Ich besuchte das neusprachliche Hebelgymnasium in Pforzheim, "flog" vor der mittleren Reife dann allerdings mangels Fleiß heraus. Was ich aber provozierte, weil meine Welt zum Leidwesen der Eltern die damalige Pforzheimer Subkultur war und der Freundeskreis nicht der Vorstellung des bräsigen Mittelstands entsprach. Das hatte Folgen: meine Eltern "zwangen mich" in eine Lehre bei einem bekannten Versicherungshaus in Pforzheim, bei dem ich nur widerwillig die Lehre absolvierte.
Wir (d.h. einige aus diesem besagten Freundeskreis und ich) zogen pünktlich mit Erreichen des 18. Lebensjahres aus unserem Elternhaus aus, mieteten eine große Wohnung auf dem neu erbauten Pforzheimer Wohnviertel Haidach, und nannten uns fortan "WG". Für Jüngeren: das war in diesen Zeiten der Tabubruch mit dem Establishment. Die dortigen Nachbarn des neuen Stadtteiles waren Schmuckhändler, Schwule und allerlei Gut bürgerliche, kurz ein Kunterbund von Menschen, die in der wachsenden Schmuckstadt Pforzheim ihr Zuhause hatten.
Obwohl Rebellen verhielten wir uns eher unauffällig. Fast zwei Jahre lebten wir so eng an eng zusammen. Sex, Drugs und Rock'n Roll und manchmal ging es dann auch mal im Porsche des Nachbarn in die Stuttgarter Disco oder zu Fuß in den damaligen Pforzheimer Schinderhannes, einem berühmten Szenetreff, wo auch der mittlerweile Boxer Rene Weller Hoftsadt hielt. Und es war auch die Zeit, die Udo Lindenberg so poetisch in dem Lied Daumen im Wind beschrieb: viele von uns trampten zur Berufsschule und hoben wie ich den Daumen am Straßenrand hoch, um mal in die Ferne zu reisen.
Der erster "Urlaub" war mit einem sehr guten Freund, dem beliebten Bundeswehrrucksack und mit 200 Mark für 4 Wochen nach Saintes-Maries-de-la-Mer an die Küste Frankreichs in die Camargue zu reisen, einem einstigen Sehnsuchtsort vieler Langhaariger und Hippies und Außenseiter. Geschlafen wurde am Strand und jeden Abend am Lagerfeuer. Irgendwo. Ab und zu griff die Polizei durch und verhaftete die jungen Hippies, verfrachtete sie unsanft ins Hinterland, wissend, dass kurze Zeit später alle wieder am Strand waren. Wir hatten Glück. Nach 4 Wochen ging das Geld aus und zurück ging es nach Pforzheim wieder per Anhalter. Sonne, Meer und Sand machten uns wohl optisch zu Halbwilden.
Wochenlang war ich dann in unseren Kreisen das Gespräch mit diesem gewagten Ausflug in und es war wohl für mich prägend. Immerhin trampten wir ohne jeden Komfort, hatten oft Hunger, stand im strömenden Regen und übernachtete auch schon mal lange am Straßenrand für eine passende Weiterfahrt.
Der Musterung zur Bundeswehr entgingen wir übrigens alle, entweder an diesem Tag mit viel Kaffee im Körper oder in einem Fall durch "Fahnenflucht". Uns einte die Abscheu gegen das etablierte System und niemand hätte uns dazu gebracht, ein Gewehr in die Hand zu nehmen. Sympathie für die Linken bestand: Vorbilder waren Rudi Dutschke und Co. Wir besuchten z.B. damals schon unsere Kumpels in Freiburg, wo in der damaligen noch mit Autos befahrbaren Kaiser-Josef-Straße die Polizei sich mit den linken Studenten prügelten und ordentlich Gegenwehr erhielt.
Doch Pforzheim war in diesen Zeiten geburtenstarker Jahrgänge auch selbst en Problem für die Jugend. Kaum jemand blieb in der Stadt. Zuwenig Arbeitsplätze außerhalb der Schmuckbranche trieben Viele in das Umland oder weiter weg.
Mitte der 70er zog ich der Liebe wegen nach absolvierter Lehre ins nahe Nöttingen, einer kleinen Gemeinde nahe Pforzheim, und erhielt zeitgleich eine erste Anstellung. Hier begannen meine ersten Berufsjahre im Versicherungsaußendienst. Damit wurde die Kommune schnell aufgelöst und jeder von uns zog in seine eigene neue Welt.
Nicht unerwähnt sei, dass ich der Jüngste in meinem Beruf im Außendienst war: Nachts in den Kneipen unterwegs und tagsüber berufliche Kontaktbesuche. Mit dieser Disziplin im Blut war das Einkommen für einen Ledigen wie mich ganz auskömmlich und es war die Zeit der Discos zwischen Stuttgart und Baden-Baden. Nach alten Jeans und langen Haaren folgte nun der Anzug und das offene Hemd. Man kutschierte lässig im BMW meiner besten Freunde, bei der kein Abenteuer ausblieb.
Wer den inzwischen verstorbenen Pforzheimer Boxer Rene Weller kennt, weis eigentlich dazu schon alles. Denn diese Pforzheimer Glitzerwelt war aufregend und die Partys mit ihrer Besetzung waren einfach umwerfend. Dies war übrigens auch die spätere Zeit der RAF. Polizei bzw. die Politik waren bei uns ein Feindbild. Einige Freunde waren bei der Pforzheimer Polizei tätig. Man grüßte sich höflich und kleinere Übertretungen hatten natürlich keine Folgen. Man kannte sich halt. Wir waren nebenbei Kampfsportaffin und man übte halt auch mal den richtigen Punch. So war das damals. Keinen Tag möchte ich davon heute missen.
Wer den inzwischen verstorbenen Pforzheimer Boxer Rene Weller kennt, weis eigentlich dazu schon alles. Denn diese Pforzheimer Glitzerwelt war aufregend und die Partys mit ihrer Besetzung waren einfach umwerfend. Dies war übrigens auch die spätere Zeit der RAF. Polizei bzw. die Politik waren bei uns ein Feindbild. Einige Freunde waren bei der Pforzheimer Polizei tätig. Man grüßte sich höflich und kleinere Übertretungen hatten natürlich keine Folgen. Man kannte sich halt. Wir waren nebenbei Kampfsportaffin und man übte halt auch mal den richtigen Punch. So war das damals. Keinen Tag möchte ich davon heute missen.
Wenige Jahre später lernte ich die dann die neue Liebe meines Lebens kennen und die Falle schnappte zu: ich heiratete. Ich war voll auf Kurs, zog aus Nöttingen ins Schwäbische und bog in Richtung Karriere in große Versicherungskonzernen ab. 7 Tage Arbeit die Woche, bundesweit unterwegs, Büro in der Hauptverwaltung, alles gut bezahlt und mit Dienstwagen und guten Spesen. Das verführt. Ich wollte auf diesem Weg irgendwann einen leitenden Posten. Wurde ich. Headhunter boten diverse Möglichkeiten. Die Finanzbranche war in diesen Zeiten auf Umstrukturierung aus und auf der Suche nach Frischfleisch und ich war willens, jung und erfolgreich. Direktor, Sekretärin, Personal und so weiter: mein Ego wurde mächtig geschmeichelt. Doch das hatte auch Folgen wie ich dann später lernen musste:
Fehler 1: anstatt mit die Orte auszusuchen, die auch für meine Zukunft interessant waren, nahm ich ein Angebot aus Freiburg an, das sich später als Fluch und Segen herausstellte. Aus dem geschäftigen Nordbaden ins südbadische Freiburg: ein echtes Himmelfahrtskommando, das man mir mit Geld schmackhaft machte.
Fehler 2: die badische Lebensart, der fehlende berufliche Wille zum Fleiß bei Vielen und die Verschlagenheit bremsten mich mental enorm aus.
Fehler 3: der Branchenprimus in der europäischen Privaten Krankenversicherung suchte einen Nachfolger für seine Freiburger Filiale. Der Headhunter war ausgerechnet der Vorgänger. Ein moralischer Drecksack und Intrigant, dem ich dummerweise wegen allerlei aufgetischter Märchen auf den Leim ging. Mehr kann ich heute dazu immer noch nicht sagen, denn die dann folgenden Jahre in diesem Konzern erzeugten in mir eine tiefe Verachtung der Finanzindustrie mit ihrer kriminellen Energie und der Menschenverachtung.
Die erzwungene Dienstsitzverlegung nach Stuttgart, dazu in die grässliche Stuttgarter Innenstadt brachte zwar eine finanzielle Steigerung und größere Personalverantwortung, endete aber auch in einem menschlichen Konflikt. Der oben erwähnte menschliche Drecksack/Vorgesetzte hatte nun die Leitung der Organisation für ganz Baden-Württemberg übernommen, schob seinen Günstlingen "die guten Brocken zu" und überlies dem Rest den "Abfall". Damit sicherte er sich den Platz am Vorstandstisch, selbst dann als er für einige Zeit in der Emmendinger Psychatrie landete, weil dieses widerliche Ausmaß an Personalrochade auch für sein Nervenkostüm belastete.
Die Folge und das Ende: ich war fast nie zu Hause und zog entnervt die berufliche Reißleine mit etwas über 42 Jahren, kündigte als leitender Angestellter mit üppigem Salär und fast einem Jahr bezahlter Auszeit und führte noch einen erfolgreichen Arbeitsprozess gegen Europas größte private Krankenversicherung. Ein Unternehmen, das man getrost als eine Jauchegrube menschlicher Existenzen bezeichnen könnte.
Ich lies mir viel Zeit für die Findung meiner weiteren Zukunft, suchte nach Neuem im Umfeld und entdeckte dabei eher zufällig das Mountainbiken, eine gerade wachsende populären Sportart im Dreisamtal. Dahin zogen wir aus Freiburg in eine Wohnung mitten im Ort. Als damals wahrscheinlich Ältester "bretterte" ich mit der Jahreskarte in Todtnau die anspruchsvollen Abfahrtspisten mit angeschafftem Profigerät bis an das mögliche Limit herunter. Ich trainierte dabei meinen Körper und Geist. Dieser Risikosport führte dann in viele Gegenden Europas und gab mir neben reichlich Adrenalin auch eine ungeheure mentale Stärke. In dieser Zeit lernte ich auch den Umgang mit Schmerz kennen und wie stark man mental diesen in Schach halten kann. Für Nichtkenner dieser Disziplin: zwischen Rollstuhl und Gesundheit war es oft nun ein Wimpernschlag. Dieses Risiko war mir immer bewusst.
Ich bin dem beruflichen/menschlichen Sondermüll (wie oben beschrieben) dankbar, denn wie Viele meiner Zunft wäre ich ohne diesen beruflichen Einschnitt unter Umständen im Alkohol, Depression oder dem Selbstmord geendet. Ich machte mich in Freiburg in meiner Branche selbständig. Schon als junger Mann hatte ich das Glück, dass man mich gut "dressieren" konnte und ich willfährig und erfolgsverwöhnt immer "auf Erfolgsspur" war. Das konnte ich auch für mein Start-Up in der erlernten Branche nutzen, denn Disziplin und eiserner Wille steckt nun in mir tief. Meiner Versicherungsfirma gründete sich in den 90er mit einer guten Geschäftsidee über die neuen Medien. Mit dem Wettbewerbsvorteil der frühen Stunde blicke ich auf eine sehr erfolgreiche Zeit eines kleinen Business zurück, das mir eine weitgehend finanzielle Freiheit sicherte.
Politik?
Zur Politik zog es mich nie, auch wenn reichlich Gelegenheit dazu gewesen wäre. Schließlich gehörte ich einst "zu denen da oben". Ich verachtete mein ganzes Leben lang trotzdem diese Politik/er und deren Anhänger, auch wenn ich in meinem beruflichen Leben immer wieder Berührungspunkte hatte. Doch als Anfang 2020 in Deutschland die Dinge "ihren unrühmlichen Lauf" nahmen, interessierten mich schnell die Hintergründe, sprach ich mit vielen Menschen "aus der kritischen Ecke" (auch wissenschaftlich sehr versierte außerhalb der üblichen Medienblase) und zog für mich daraus die Erkenntnis, dass hier ein geplanter und skrupelloser Betrug stattfand. Dazu gibt es diese Geschichte der Polizeigewalt gegen Bürger in Kirchzarten, die mich tief bewegte. Nach reiflicher Überlegung trat ich der damals noch jungen Partei "dieBasis" am 8.11.2020 bei, wurde Kandidat bei der Landtagswahl 2021 und Mitbegründer des Kreisverbandes dieBasis Breisgau Hochschwarzwald. Die Parteizugehörigkeit beendete ich 2025. Mein Fazit lautet heute: Parteien sind das Problem, nicht die Lösung. Solange die Basis, also die Menschen, ihr Schicksal Anderen Überlassen, ist kein Frieden in Sicht.
Glücklicherweise trete ich nun nach einem interessanten und vielseitigen Leben in die letzte Lebensphase mit Zielen, die ich auch ausfüllen werde und angstfrei und mutig "die letzte Abfahrt meistere". Obwohl ich mittlerweile "in Rente bin", führe ich heute ein weiterhin spannendes Leben zwischen der alten und neuen Welt und kehr(t)e dem Dreisamtal und der gesamten Gegend den Rücken.
Liebe Leser, ich werde nicht ruhen und mich nicht dem Diktat der Dummen, der Dummheit und der Gleichförmigkeit beugen. Ganz sicher auch dieser verachtenswerten Marionettenregierung und ihren lokalen Vertretern auch nicht. Dass der Weg zur Lösung der Probleme ein politischer und friedlicher sein wird, halte ich heute leider gänzlich für ausgeschlossen. Und wie Unheilig in seinem Song Freiheit ausdrückt: Laut sein. Deshalb haben wir nun den längst vorbereiteten Plan B umgesetzt und Deutschland verlassen. Sollte die Zeit kommen, in der alte Rechnungen folgenlos beglichen werden können, bin ich nach altem Testament da. Soviel Zeit muss sein.
FORTSETZUNG FOLGT
